Essen als Belohnung.
Da erübrigt sich die Frage, ob Stress dünn oder dick macht. Grundsätzlich entscheidet die Nahrungsauswahl, ob man nach einem Stressschub wieder schnell entspannt oder weiterhin in der Stressfalle sitzt. Die optimale Anti-Stress-Nahrung besteht aus viel Obst, reichlich Gemüse, Kartoffeln und Getreideprodukten wie Reis, Müsli, Hirse etc. Lieferanten der nervenstärkenden B-Vitamine sind auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Soja. Fische liefern uns hervorragende Fettsäuren. Ernährungspsychologen wissen es. Frauen sind in der Regel sehr kontrollierte Esserinnen. Sie denken mehr als Männer an Ihre Linie und kennen die Kalorienbomben. Das kontrollierte Essen hat aber auch Nachteile. Tritt Stress auf, haben sich die Frauen weniger im Griff. Sie essen dann mehr und vor allem solche Speisen, die sie normalerweise meiden. Und Stress ist fatalerweise ein Nährstoffräuber. Wie kann man nun den Heisshunger zügeln? Der Magen ist ein ziemlicher träger Geselle. Erst nach ca. 20 Minuten schickt er nämlich ein Signal an das Gehirn: „Ich bin satt“. Und das unhabhängig davon, wieviel Sie essen! Damit haben Sie auch den Beweis, das Stressessen im Kopf entsteht und nicht eine körperliche Notwendigkeit darstellt. Da lohnt sich also auf jeden Fall, sich diese Tatsache zu seinem eigenen Vorteil auszunützen. Kurzfristig hilft einmal die Ablenkung sowie Entspannung. Man geht shoppen, telefoniert mit einer guten Freundin, betätigt sich körperlich im Haushalt oder im Garten. Auch ein Spaziergang oder ein Besuch im Fitnesscenter kann da hilfreich sein. Stehen Sie bei der Schreibtischarbeit zwischendurch auf und machen Sie regelmässige Pausen. Langfristig kann die falsche Ernährung bei Stress das aber nicht gut gehen. Sich nach einem Stresstag zu verwöhnen, ist aber gar nicht so falsch. Nur darf man dabei nicht an die Kalorien denken. Also einfach mal mit Lust zulangen ohne schlechtes Gewissen. Die Belohnung in Form eines Tortenstückes oder eines Hamburgers hilft der Psyche. Nur muss man das gezielt und ganz bewusst machen. Und selbstverständlich sollen solche „Belohnungstage“ die Ausnahme bilden.
So überlisten Sie mit diesen Tricks den Heisshunger:
- Beginnen Sie den Tag mit einem gesunden Frühstück. Dazu gehören Milchprodukte und Müsli (auf Zuckergehalt überprüfen).
- Essen Sie zum Beispiel Schokolade, nehmen Sie am Anfang nur ein kleines Stück und warten Sie ab. Nach 10 Minuten vielleicht noch einmal ein kleine Stück. Dank der Verzögerungstaktik haben Sie Ihr Lustgefühl mit einer kleinen Portion ausgetrickst.
- Unser Körper kann nur schwer zwischen Durst und Hunger unterscheiden. Ein grosse Glas Wasser hilft, den Appetit zu zügeln.
- Gewöhnen Sie sich in jedem Fall an, langsam zu essen und die Speisen gut zu kauen.
- Auch ein zuckerloser Kaugummi hilft, Entspannungsignale an das Gehirn zu senden
- Auch sollten Sie beim Essen weder Zeitung lesen, noch vor dem Fernseher sitzen oder Arbeiten verrichten.
- Essen Sie immer im Sitzen und nicht im Stehen
- Essen Sie nicht beim Autofahren (Tatsächlich – das gibt es!).
- Wenn Sie keine kulinarischen Köstlichkeiten in der Nähe haben, minimieren Sie Ihre Versuchung, etwas zu Essen.
- Planen Sie für alle Ihre Mahlzeiten genügend Zeit ein.
- Geniessen Sie Ihr Essen
- Wenn Sie nicht gerne alleine essen, suchen Sie sich Gesellschaft
- Auch am Arbeitsplatz muss für die Mahlzeiten genügend Zeit sein. Das steht sogar im Gesetz.
- Vermeiden Sie beim Essen laute Musik und Lärm
- Machen Sie nach dem Essen einen 10-Minuten-Spaziergang
- Nüsse und getrocknete Früchte sind hervorragende Energiespender (aber nur den tatsächlichem Bedarf essen)
- Aus einem Test mit Studenten weiss man: Wer Musik hört, isst im Durchschnitt ca. 20 Minuten länger. Das entspricht ca. 500 Kilokalorien zusätzlich.
- Meiden Sie schwere und fettreiche Speisen
- Ideale Zwischenmahlzeiten sind Früchte oder Milchprodukte
- Bevorzugen Sie dunkles Brot oder Vollkornbrot
- Achten Sie auf mageres Fleisch und Käse
- Vermeiden Sie zu viel Salz in den Speisen
- Essen Sie den Teller nicht immer leer. Das ist ein altes Erziehungsmuster von vorgestern!
- Trinken Sie Wein zum Essen, nehmen Sie immer die doppelte Menge Wasser zu sich
- Powerstoffe aus Lebensmittel für ein Superhirn
- Apfel stärken das Immunsystem. Sie enthalten einen Pflanzenstoff (Querzetin). dieser schützt die Gehirnzellen vor freien Radikalen.
- Für die Denkfähigkeit und das Gedächtnis ist vor allem auch Sojamilch empfehlenswert. Soya unterstützt die Leitungsfähigkeit der Nerven.
- Grüntee für ein Supergedächtnis. Die Gerbstoffe des Tees sind gegen Entzündungen des Nervensystems sehr hilfreich.
- Fettsäuren sind für den schnellen Datentransfer im Hirn förderlich. Fettsäuren hat es vor allem in Hafer (neben dem Magnesium).
- Studentenfutter hat den richtigen Namen. Die Nüsse enthalten Aminosäuren. Das Cholin in den Nüssen baut Stress ab und ist gut für das Gedächtnis.
- Fisch enthält Omega-3-Fettsäuren. Diese leisten einen sehr wertvollen Beitrag zur Gesundheit.
- Sie sind lebensnotwendig und können vom Körper nicht selber hergestellt werden.
- Empfehlenswerte Getränke bei Stress sind Hahnenwasser oder Mineralwasser (auf hohen Magnesiumgehalt achten).
- Genügender und regelmässiger Schlaf ist ein Fettburner.
- Bewegen Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft.
- Saure Früchte wie Ananas oder Grapefruits fördern die Verdauung, da sie Magensäfte unterstützen.
- Trinken Sie nicht immer beim Essen – Das verdünnt die Magensäfte und behindert die Verdauung.
- Essen Sie wenn immer möglich mit Messer, Gabel und Löffel.
- Fingerfood sollten Sie nur selten einsetzen.
- Kauen Sie jeden Bissen ganz bewusst lange und langsam.
- Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und halten Sie sich an regelmässige Zeiten.
- Wenn Sie am Tag bewusst nur sehr wenig essen, ist die Gefahr am Abend umso grösser, in eine Hungerattacke zu geraten.
- Verteilen Sie also Ihre Portionen auf den ganzen Tag.
Kennen das Gefühl der Lust auf Süsses?
Bei Stress kann das Verlangen nach Zucker bis um das Dreifache ansteigen! Schuld daran ist das Stresshormon CRH. Mit Zucker schnellt zwar unser Blutzuckerspiegel in die Höhe, wir werden sehr schnell leistungsfähiger und das Serotonin sorgt für gute Laune. Aber der Absturz ist schon vorprogrammmiert. Müdigkeit und Konzentrationsschwächen folgen auf dem Fuss. Und Zucker verlangt Zucker. Ein Teufelkreis, der sich in Form von Übergewicht zeigt. Nicht kontrollierte regelmässige „Trostpflaster in Form von Süssigkeiten“ können also eine echtes Ernährungsproblem hervorrufen. Für die daraus entstehenden Gesundheitsprobleme sollten Sie sich die kleinen Belohungen zwischendurch nur selten gönnen.
Dauerdruck erhöht das Risiko, dick zu werden.
Stressesser haben einen grösseren Bauchumfang und einen höheren Body-Mass-Index. Dies als Folge von chronischem Stress bei der Arbeit, in der Beziehung und bei finanziellen Problemen. „Ich möchte meine Ernährung ja ändern, weiss aber nicht , wo ich anfangen soll“. Das höre ich sehr häufig. Übergewichtige haben oft keine Ahnung, was sie den ganzen Tag essen. Da hilft ein Tagebuch, dass Sie ca. 1 Woche führen sollten. Da werden Ihnen dann plötzlich die kleinen Sachen, die in Ihren Mund wandern, sehr viel mehr bewusst. Allmählich merkt sich Ihr Unterbewusstsein, wieviel Sie essen. und dann wird es automatisch ganz langsam immer weniger. Ein grosser Irrtum Glauben Sie auch, das man vor allem Abends möglichst wenig essen soll? Das stimmt so nicht. Eine amerikanische Studie mit 7000 Leuten belegt, das die gesamte Kalorienmenge pro Tag die entscheidende Rolle spielt, ob Sie zu- oder abnehmen. Essen Sie kluge Sachen fürs „Oberstübchen“, gesunde Sachen für den Körper und ganz wenig „ungesunde Sachen“ für Ihre Psyche. Dank klappt es wunderbar mit den hinterlistigen Stresshormonen. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, schreiben Sie doch einen Kommentar dazu. Für mehr Informationen tragen Sie sich bitte mit Ihrem Namen und der Mailadresse für den Newsletter ein.






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Das nenne ich mal einen Artikel mit guten und auch nützlichen Tipps. Ich erwische mich in der Woche selbst häufig dabei wie ich mal eben schnell ein Fertiggericht esse. Danach fühlt man sich aber auch dementsprechend.
So viele tolle Tipps. Ich glaube daran, dass sie bei Heißhungerattacken helfen. Sie verlangen aber Kontrolle und es ist meist so, dass man die Kontrolle verliert und dann hilft nichts mehr.
Hallo Antonia
Ja. Sie haben recht. Wenn man die Kontrolle verliert, dann hilft nichts mehr. Das macht auch nichts, wenn es nicht zur Gewohnheit wird. Aber wenn man schon die Ursache weiss, woran es liegt, das es nicht funktioniert, kann man an seiner persönlichen Selbstkontrolle arbeiten. Das bedingt aber wiederrum, das man die Selbscoachingwerkzeuge für seine eigene Selbstkontrolle kennt und auch anwendet, und nach einiger Zeit ist die Kontrolle gar keine Thema mehr.
Herzliche Grüsse
Hanspeter Roth