Aufschieberitis.
Wer hat nicht schon darunter gelitten. Ein Übel das wir alle kennen und dennoch machen wir in der Regel wenig dagegen. Zumindest nicht systematisch.
Wenn jemand wichtige Aufgaben lange Zeit vor sich herschiebt und stattdessen lieber eher unwichtige, angenehmere Aufgaben erledigt, spricht man von Aufschieberitis.
Mañana – Das spanische Wort für Morgen. Das kommt nicht nur in den Ländern mit dieser ausgesprochene Mentalität vor.
Wir alle tun es, und wir zahlen den Preis dafür. Aber warum tun wir es eigentlich und was ist der Grund dafür?
Das Aufschieben von bestimmten Aufgaben hilft uns vielfach:
Ängste zu vermeiden
das Selbstwertgefühl zu stärken (indem wir uns entscheiden, das hat noch Zeit, das mache ich später)
Aufschieberitis gibt uns das Gefühl, nicht im Hamsterrad zu sitzen und einfach nicht immer funktionieren zu müssen.
Unser Gehirn verändert sich so, wie wir es benutzen (neuroplastisch). Für alle unsere Gewohnheiten haben wir neurale Bahnen im Gehirn, die immer wieder aktiviert werden. Deshalb ist es so schwer, alte Gewohnheiten einfach zu verändern.
Nun ist das natürlich kein Grund, im selben Trott weiterzufahren. Den das Aufschieben hat auch negative Folgen. Das „auf die lange Bank schieben“ bringt uns erhebliche Nachteile sowohl privat wie auch im Geschäftsleben.
Mit jedem Tag, an dem wir daran erinnert werden, das man jetzt die Aufgabe erledigen sollte, steigt der Frust und wir werden unzufriedener. Frust erzeugt Unruhe, Unzufriedenheit und raubt uns Energie, was nicht selten im chronischen Stress endet.
Kennen Sie den „inneren Schweinehund“? Eine guter Spruch, aber nicht viel mehr.
Wann bringen Sie Ihr Auto endlich in die Werkstatt
Die Steuererklärung liegt schon seit Wochen auf Ihrem Schreibtisch. Nichts passiert bis die erste Mahnung kommt mit einer Rechnung und der freundlichen Aufforderung, das die nächste Mahnung noch teurer wird.
Wann melde ich mich endlich beim Zahnarzt an?
Warum drücken wir uns im allgemeinen vor unangenehmen Aufgaben?
Bei einigen Menschen funktioniert die Lösung zwar ganz gut: „ Ich erledige Unangenehmes sofort und habe es dann hinter mir“. Eine geschickte Taktik, aber nicht ganz leicht im Alltag umzusetzen.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, das ich in der Regel für eine Aufgabe viel zu wenig Zeit einberechne. Es ist unter uns „Normal-Sterblichen“ einfach nicht möglich, 8 Stunden konzentriert und fokussiert ohne Pausen zu arbeiten.
Tipps von Stressbalance
Machen Sie sich von Zeit zu Zeit eine Liste mit den Dingen, die schon lange erledigt werden sollten. Dazu notieren Sie sich die Hauptgründe, warum Sie die Sache noch nicht angepackt haben. Überlegen Sie sich dabei auch, ob sich der Aufwand nicht doch lohnen würde und welchen Schaden Sie erleiden, wenn die Aufgabe wieder aufgeschoben wird.
Gehen Sie in kleinen Schritten vor. Wenn Sie also zum Beispiel unbedingt einen Termin beim Zahnarzt machen sollten, legen Sie sich die letzte Zahnarztrechnung aufs Pult. Damit ist schon ein kleiner Schritt getan. Vielleicht greifen Sie ja beim Anblick der Rechnung gleich zum Telefon.. Auch wenn Sie jetzt nicht sofort anrufen, ein erster kleiner Schritt ist getan.
Planen Sie ihre grossen Aufgaben. Teilen Sie die grosse Aufgabe in kleine Teilaufgaben. Machen Sie einen Aktionsplan mit Terminen und schreiben Sie alle Ihre geplanten Schritte auf.
>>Was lernen wir daraus?<<
Immer wiederkehrende Aufschieberitits ist ein psychologisches Problem. Es läßt sich durch Zeitmanagement und andere Erfolgsmethoden erfolgreich anpacken. Das Übel bleibt aber erhalten, solange die Ursachen nicht erkannt und beseitigt sind.
Um chronische Aufschieberits wirklich in den Griff zu bekommen, ist viel Selbstdisziplin notwendig.
Belohnen Sie sich deshalb auch selber immer wieder, nachdem Sie die ersten Schritte zur Erledigung einer Aufgabe unternommen haben. Sie halten Sie sich so bei guter Laune und sind motiviert, die nächsten Aufgaben anzupacken.
Literatur zum Thema:
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