Vom Sinn der Mikropausen

by Stresscoach Hanspeter Roth

Erinnern Sie sich noch an die Schulzeit und die Pausenglocke? Die ganze Meute rannte auf den Pausenplatz. Wie herrlich unbeschwert und entspannt haben wir uns dabei gefühlt.

Pausen spielen in der Stressbewältigung eine ganz wichtige Rolle. Pausen sind auch kein Zeitverlust, wie man vielleicht annehmen könnte. Aber in unserer heutigen hektischen Zeit haben Pausen keinen guten Ruf.
 
Pausen sollen oder müssen sogar „gefüllt“ werden, sonst fühlen wir uns vielfach nicht wohl. Dabei „helfen“ uns all die technischen Errungenschaften wie Handy, Internet, Fernsehen, Mails.

Was sind eigentlich Pausen?

Man könnte die Pause als eine Unterbrechung einer Tätigkeit bezeichnen. Dabei ist es nicht wichtig, ob wir diese Tätigkeit gerne tun oder sie vielleicht sogar hassen. Wobei wir gerade in der Stressbewältigung die Pausen nicht als Zeitverschwendung sehen dürfen. Denn sie eröffnen uns Chancen auf neue Ansichten und Richtungswechsel, verhelfen uns zu mehr Kreativität, spenden uns wieder Kraft für neue Aufgaben.
 
Nicht nur der Körper, sondern auch unser Gehirn verarbeitet die Informationen besser. Pausen beugt Stress vor und hat eine entspannende Wirkung. Dabei freut sich die Nebenniere und schüttet weniger Stresshormone aus. Und Sie werden sich an mehr innerer Ruhe und Gelassenheit erfreuen können.
 
Richten Sie den Lebensrythmus nicht nur an der (Arbeits-) Zeit aus, sondern auch an den natürlichen Vorgaben, die uns Menschen in die Wiege gelegt wurden. Pausen sind uns ja biologisch durch den täglichen Schlaf schon vorgegeben.
 
In unserer „Zeit-ist-Geld“ Gesellschaft müssen wir die Pausen regelrecht erkämpfen. Auch der Samstag und Sonntag ist ganz im Würgegriff des Wirtschaftswachstums und der heutigen Spassgesellschaft. Die Angst , die Arbeit nicht mehr zu schaffen, geht vielfach sogar zu Lasten der Mittagspause. Eine fatale Unsitte!
 
Denn der Weg zur inneren Ruhe und Gelassenheit führt über regelmässige Pausen. Verzichten Sie also keinesfalls auf regelmässige, ganz bewusste Unterbrechungen bei Ihrer Arbeit.
 

Kennen Sie  die 50/10 Methode?

Teilen Sie sich Ihren Arbeitstag in konzentriertes Arbeiten von je 50 Minuten ein. Dann machen Sie 10 Minuten Pause und arbeiten wieder 50 Minuten und danach gibt es wieder 10 Minuten Pause. Wenn immer es Ihnen möglich ist, arbeiten Sie nach diesem Prinzip. Sie werden belohnt durch eine höhere Produktivität und viele geringeren Fehlerquoten. Einfach ausprobieren!
 

3 Tipps für Mikropausen zur Stressbewältigung

Kennen Sie den Mittagsschlaf? Früher, als die Väter noch zum Mittagessen nach Hause gingen, war der Mittagsschlaf ein selbstverständliches Ritual, auf das man nicht verzichten wollte. Da hat man sich 10 bis 30 Minuten Minuten gegönnt, um körperlich und mental zu regenerieren.
 

Und wie sieht es bei Ihnen persönlich aus?

Wenn Sie die Gelegenheit haben, gönnen Sie sich ein kurzes Nickerchen. Heute nennt man es auch Powernapping. Dieser Energieschlaf ist ganz sicher empfehlenswerter als die nur kurzfristig wirkenden Wachmacher Kaffee oder Cola. Sehen Sie das auch so?
Gönnen Sie sich auch während der Arbeit Augenblicke des bewussten Nichttuns, der Langweile. Bleiben Sie zum Beispiel einfach auf dem Bürostuhl sitzen und schauen Sie zum Fenster hinaus. Achten Sie dabei auf Ihren Atem und atmen Sie bewusst ein und aus.
Legen Sie die Handflächen auf Ihre Augen und schauen Sie ca. 1 Minute mit offenen Augen in die entspannende und wohltuende Schwärze.
 

Investieren Sie mehr in Mikropausen

Welche Ideen haben Sie für Mikropausen zur Stressbewältigung?

  

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